Quipu

In einer Zeit, in der Informationswachstum exponentiell zunimmt ist alles schnelllebiger und vergänglicher. Informationswachstum bedeutet zunehmender Informationsaustausch, sowie Vervielfältigung von Informationen. Bei der Reproduktion können Zufallskomponenten auf den Replikationsprozess einwirken und damit eine Veränderung provozieren. Diese Veränderungen erscheinen willkürlich und werden als fehlerhaft bezeichnet. Die Kollektion spielt mit dem Gedanken des Verlusts von Information auf verschiedenen Ebenen. Zum einen geht es darum, die Fehler die entstehen als kreative Quelle zu sehen, um neue Musterkombinationen zusammen zu setzten. Es ist der Versuch, den Verlust als einen Gewinn zu sehen. Zum anderen sollen die kleinen, kaum merklichen Fehler im Detail aufzeigen, dass der Verlust des Wissens über das Ganze dazu führt, dass der eigentliche Fehler kaum gefunden werden kann.
Der exponentielle Wachstum der Information wird in der Fibonacci-Folge dargestellt, die wiederum in ein Polygon übersetzt wurde. Dies Polygon ist die Basis für die Entwicklung vieler Schnitte. Dabei entstehen ausladende Volumen und asymmetrische Teilungsnähte, die der Kleidung eine eigene Gestaltungssprache gibt.
Zum Sinnbild der Kollektion wurde der Titel „quipu“ [quetucha – Knoten] gewählt. Die Inkas nannten so ihr Dokumentationssystem, bei dem sie Knoten in einem bestimmten System in Schnüre machten. Heute gibt es nur Vermutungen darüber, wie die Schnüre gelesen werden, da das Wissen, wie sie zu lesen sind, verloren gegangen ist, es gibt also keinerlei Möglichkeit, die Informationen zu rekonstruieren, die sie beinhalten.

Foto: Dominik Kuhn, Ronja Rademacher
Model: Carolin Prizybill, Annika Zöpf

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